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Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#1von roter Milan » Di 25. Mai 2010, 19:38

Jeder, der sich einen Hund (wieder) anschaffen will, steht vor der wichtigen Frage, woher nehme ich ihn. Die Angebote sind vielseitig und jeder einzelne hat seine Vor- aber auch seine Nachteile, in einem Fall sehe ich persönlich eigentlich nur Nachteile aber dazu weiter unten mehr. Für welchen Weg ihr euch auch entscheidet, wählt ihn sorgfältig, denn er entscheidet mit, wie euer Zusammenleben mit eurem Hund aussehen kann und das mehr als ihr euch jetzt beim lesen vielleicht noch denken werdet.

Zuerst solltet ihr euch ganz klar darüber sein, welche Erwartungen ihr an euren Hund habt, was wollt ihr mit ihm unternehmen, wie sieht euer Tagesablauf aus, welche Eigenschaften soll der Hund unbedingt haben, welche Eigenschaften nur bedingt und welche nach Möglichkeit überhaupt nicht, wieviel Hundeerfahrung habt ihr, wie flexibel seid ihr in euren Erwartungen .... Bitte schaut in erster Linie auf den Charakter und dann erst auf das Aussehen bei der Wahl von Rassehunden. Unter den Rassen gibt es soviele Spezialisten, die seit Jahrhunderten oder sogar schon länger für ihren Bereich gezüchtet werden, dies steckt auch heute noch in den Rassen drin. Wollt ihr keinen Wachhund, egal wie ausgeprägt der Wachtrieb/Schutztrieb ist, dann lasst bitte die Hände von Schäferhunden. Wollt ihr keinen Jäger, dann lasst die Finger von den Jagdhundrassen. Egal wie toll sie noch aussehen mögen! Ihr müsst mit dem Charakter und den Eigenschaften in erster Linie und mit dem Aussehen erst in zweiter Linie zurecht kommen!



Züchter:
Vorteile:
  • Ein guter Züchter hat die Elterntiere sorgfältig ausgewählt und achtet auch darauf, dass die Zuchttiere gesund sind.
  • Ein guter Züchter kennt seine Welpen und kann in etwa abschätzen, wie weit die rassetypischen Merkmale ausgeprägt sind.
  • Ich kann die Welpen häufiger besuchen und die Chemie zwischen uns feststellen.
  • Ich kann testen, ob der Hund, die für mich wichtigen Eigenschaften hat und dementsprechend auswählen.
  • Ein guter Züchter hat schon damit angefangen, die Welpen an bestimmte Dinge zu gewöhnen und zu erziehen.
  • Ein guter Züchter beantwortet gerne alle Fragen, auch die kritischen.
  • Ein guter Züchter züchtet nur eine Rasse.
  • Ein guter Züchter interessiert sich dafür, wo seine Welpen hinkommen und wie es ihnen auch nach der Abholung geht.
  • Die Welpen sind reinrassig und haben, sofern der Züchter in einem Verband ist, Papiere.

Nachteile:
  • Die Welpen sind relativ teuer, allerdings auch im Vorfeld gut medizinisch versorgt worden.
  • Schwarze Schafe gibt es auch hier. Viele Vermehrer geben sich als Züchter aus.
  • Einige Züchter machen zu viel mit den Welpen und die Sozialisierung unter den Hunden kommt zu kurz.




einheimische Tierheime, Tierschutzorganisationen:
Vorteile:
  • Zum Teil sitzen Rassehunde und gut erzogene Hunde in Tierheimen.
  • Im Tierheim bekomme ich auch ältere Hunde, die vielleicht zu meinem Leben besser passen als ein Welpe.
  • Ich kann die Hunde häufiger besuchen und die Chemie zwischen uns feststellen.
  • Ich kann testen, ob der Hund, die für mich wichtigen Eigenschaften hat und dementsprechend auswählen.
  • Man leistet einen Beitrag zum Tierschutz.
  • Die Preise sind erheblicher geringer als beim Züchter.
  • Gute Tierheime kümmern sich darum, wo ihr Tier hinkommt und was aus ihm wird.
  • Gute Tierheime helfen bei der Auswahl der passenden Tiere.
  • Gute Tierheime sind offen für Fragen, auch kritischen.
  • Gute Tierheime helfen auch bei Erziehungsproblemen bzw. kennen einen guten Trainer.
  • Es gibt Mischlinge.
  • Viele Tierheime arbeiten inzwischen mit Pflegestellen, so dass viele Nachteile ausgeräumt werden.

Nachteile:
  • Die Hunde sind Überraschungspakete sein, man weiß nicht was in ihnen steckt. Als HH muss man in der Lage sein, seine Erwartungen zu verändern und zu schauen, was der Hund braucht.
  • Durch die Vorgeschichte können massive Unarten vorhanden sein. Die Bereitschaft zu der Investition von Geld und Zeit sollte vorhanden sein.
  • Bei Welpen ist die Gewöhnung an Alltagsgegenstände nicht vorhanden.
  • Bei Welpen, die ohne die Mutter aufwachsen, kommt die Sozialisierung zu kurz.
  • Durch die Zwingerhaltung muss der Hund (auch der ältere) nicht unbedingt stubenrein sein.
  • Tierheimmitarbeiter haben nicht die Zeit, sich in dem Maße um die Hunde zu kümmern, wie eine Privatperson, die nur einen Hund betreut.
  • Nicht überall wo Tierschutz dran steht, ist auch welcher drin.



ausländische Tierheime, Tierschutzorganisationen:
Vorteile:
  • Im Tierheim bekomme ich auch schon ältere Hunde im Tierheim, die vielleicht zu meinem Leben besser passen als ein Welpe.
  • Die ehemaligen Straßenhunde sind meist gut sozialisiert mit anderen Hunden.
  • Man leistet einen Beitrag zum Tierschutz.
  • Die Preise sind erheblicher geringer als beim Züchter.
  • Gute Tierheime kümmern sich darum, wo ihr Tier hinkommt und was aus ihm wird.
  • Gute Tierheime helfen bei der Auswahl der passenden Tiere.
  • Gute Tierheime sind offen für Fragen, auch kritischen.
  • Es gibt Mischlinge.

Nachteile:
  • Die Hunde sind Überraschungspakete sein, man weiß nicht was in ihnen steckt. Als HH muss man in der Lage sein, seine Erwartungen zu verändern und zu schauen, was der Hund braucht.
  • Durch die Vorgeschichte können massive Unarten vorhanden sein. Die Bereitschaft zu der Investition von Geld und Zeit sollte vorhanden sein. Viele Hunde sind ehemalige Straßenhunde, die nicht abhängig vom Menschen waren, deswegen weisen sie ein hohes Maß an Selbständigkeit auf.
  • Die Hunde sind nicht an Alltagsgegenstände gewöhnt, auch unsere Umweltgeräusche sind teilweise für sie fremd, aus diesem Grund sind die Hunde oft ängstlich.
  • Durch die Zwingerhaltung muss der Hund (auch der ältere) nicht unbedingt stubenrein sein.
  • Tierheimmitarbeiter haben nicht die Zeit, sich in dem Maße um die Hunde zu kümmern, wie eine Privatperson, die nur einen Hund betreut.
  • Die Auswahl der Tiere findet im Internet statt, was für mich persönlich ein absolutes NoGo ist, da die Chemie zwischen dem Hund und mir stimmen muss. Diese Chemie kann im Internet nicht so rüberkommen wie in Situationen face-to-face. Auch ein Testen der Charaktereigenschaften kann nicht stattfinden.
  • Nicht überall wo Tierschutz dran steht, ist auch welcher drin.




Zufallswürfe in der Nachbarschaft:
Vorteile:
  • Man kennt sich eventuell schon persönlich und hat sich ein Bild vom Umgang mit der Mutter gemacht
  • Die Welpen sind an Alltagsgeräusche gewöhnt.
  • Die Welpen haben häufig Kontakt zu den Menschen.
  • Ich kann die Welpen häufig besuchen und sie nach Charaktereigenschaften testen, die mir wichtig sind.
  • Die Aufzucht erfolgt aus dem Bauch heraus, was häufig genau der richtige Umgang mit den Welpen ist.
  • Der Preis ist gering.
  • Es sind meist Mischlinge.

Nachteile:
  • Die Elterntiere sind nicht auf genetische Krankheiten untersucht worden.
  • Die Welpen haben vielleicht zu viel Kontakt zum Menschen aber zu wenig zu Geschwistern und Mutter.
  • Die Hunde sind Überraschungspakete, da oft der Vater nicht bekannt ist und es sich um Mischlinge handelt.
  • Viele Vermehrer tarnen ihre Würfe als Ups-Würfe.





Aushänge, Zeitungsinserate, Internetportale:
Da hier oft die Würfe und Hunde aus der Nachbarschaft oder auch von Vermehrern drin stehen, ist äußerste Vorsicht geboten. Die jeweiligen Vor- und Nachteile könnt ihr unter Ausländische Tierheime, Zufallswürfe in der Nachbarschaft bzw. unter Vermehrern lesen.





Vermehrer, Markt, Kaufhäuser:
Vermehrer sind Personen, die die Sache rein marktwirtschaftlich betrachten. Der Hund ist für sie lediglich eine Ware, die nach Belieben nachproduziert werden kann. Sie kaufen häufig Ups-Würfe auf, um die Welpen gewinnbringend weiter zu verkaufen.
Vorteile:
gibt es keine für mich

Nachteile:
  • Die Elterntiere sind reine Zuchtmaschinen, die meist in schlechtesten Verhältnissen gehalten werden. Hinterhöfe und dunkle Verschläge sind keine Seltenheit. Fütterung und Sauberkeit ist kaum vorhanden.
  • Die Elterntiere sind nicht auf Krankheiten getestet.
  • Die Welpen sind meist krank und die Folgekosten extrem hoch.
  • Die Elterntiere sind nicht sozialisiert und an Alltagsgeräusche gewöhnt. Ihre Unsicherheit überträgt sich auf die Welpen.
  • Die Welpen kennen keine Alltagsgeräusche.
  • Mischlinge werden häufig als Rassehunde verkauft, da der Preis höher ist.
  • Die Hunde sind Überraschungspakete, da es sich um Mischlinge handelt.
  • Die Welpen haben wenig bis gar keinen Kontakt zum Menschen.
  • Wer aus Mitleid hier kauft, unterstützt die falschen, denn der gekaufte Welpe wird sofort nachproduziert. Wer Vermehrer stoppen will, darf nicht bei ihnen kaufen, da er sonst den Markt am Laufen hält.
  • Auf Vermeidung von Inzuchtwürfen wird nicht geachtet.
  • Ich kann mir weder die Elterntiere noch die Unterbringung der Welpen genau anschauen.
  • Fragen, vor allem die kritischen, sind nicht gewünscht; die Reaktion sieht dementsprechend aus.
lg Tanja


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folgende User möchten sich bei roter Milan bedanken:


Re: Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#2von Hoss » Mi 26. Mai 2010, 12:13

Respekt.
Anstatt Hundeführerschein sollte erstmal zur Pflicht für neue HH gemacht werden das sie sich das durchlesen. :biggrinn:
Dann würde schon einiges anders laufen.
Und vielen Hunden würden es auch besser haben.
Also :jc_doubleup:
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Re: Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#3von roter Milan » Mi 26. Mai 2010, 12:22

Dankö, hat mich auch genug Hirnschmalz gekostet :D

Denk ich auch, dass die Wahl der Bezugsquelle eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt ist. Aber leider entscheidet meist der Süßfaktor der Welpen und der Geldbeutelinhalt darüber, wo gekauft wird.

Naja vielleicht kann ja so ein Beitrag was dran ändern *hoff*.
lg Tanja


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Re: Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#4von Admin tups » Mi 26. Mai 2010, 12:29

Der Beitrag kann bestimmt was ändern, aber leider nichts am Geldbeutelinhalt, und das ist nicht ganz unerheblich dabei.

Allein die Tatsache, des wenigen Geldes, schafft doch immer wieder den Markt für diese Chaotenzüchter. Da müsste vom Gesetz her ganz anders durchgegriffen werden.

Aber die sind sich ja selbst nicht sicher, wie sie Tiere behandeln sollen.
Transportierst du dein Tier im Auto, wird es als Sache betrachtet, aber tötest du eines, heißt es Tötung eines Wirbeltieres.
Was denn nun? Sache oder Wirbeltier?

Unsere Politiker sollten sich da erst mal einig werden und dann was unternehmen.
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Re: Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#5von Hoss » Mi 26. Mai 2010, 12:43

Stimmt!

Aber überlege mal wie lange die Politiker schon rumwurschteln.
Das wird nie was!
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Re: Woher bekomme ich meinen Hund?

Beitrag#6von Admin tups » Mi 26. Mai 2010, 12:59

Wie wahr, wie wahr,
bei denen reicht es nur zu Schnellschüssen, da braucht man sich nur mal den Erlass für die Hundeverordnungen ansehen.
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